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jugendfest.de - Literaturecke: PREDIGT

Adventszeit - Vorbereitungszeit

Das ist schon eine interessante Frage:
Was würde ich tun, wenn ich wüsste, morgen kommt Jesus zu Besuch?

Klar, Essen organisieren – das haben wir getan. Ich bin schon gespannt!

Und die Wohnung wienern – logisch!

Natürlich braucht man – und vor allem Frau – auch was „ordentliches“ zum Anziehen. Gebont!

Vielleicht würde ich ja auch noch jemanden zu diesem großen Anlass einladen ...

Meine Mutter z.B., die wartet schon so lange auf einen Besuch von Jesus.
Und die Schwiegereltern.
Meinen Schwager? Aber der ist katholisch!

Aber auf keinen Fall den S.!
Der redet immer so viel.
Der spielt sich bei allem in den Vordergrund.

Aber vielleicht die A.?
Auweia, von der habe ich ja noch ein geliehenes Buch – weiß der Fuchs wo das rumliegt.

Ha, wenn ich den G. einladen würde, der würde vielleicht neidisch sein – dieser arrogante Pinsel!

Eigentlich würde ich auch gerne M. einladen.
Aber unser Verhältnis ist seit der Sache damals so angespannt.

Wir können uns nicht mehr richtig in die Augen sehen. ... Blöd. Eigentlich müsste ich mal mit ihm in Ruhe reden und um Verzeihung bitten.

...

Ihr Lieben,
ihr merkt schon – wenn ich wüsste, dass Jesus morgen zu mir käme, dann ... ja, dann könnte ich eigentlich nicht so bleiben, wie ich bin.

Aber Jesus kommt ja!
Wir wissen nur nicht wann.
Aber er kommt.
Und die Adventszeit ist die Vorbereitungszeit dafür.

Deshalb ist die Adventszeit die beste Zeit zum Großreinemachen.
So wie in der Geschichte in der Meditation.

Glauben wir das eigentlich noch?
Glauben wir noch, dass Jesus noch einmal kommt.
Dann nicht als Baby sondern als Herr und Richter der Welt – glauben wir das noch?

Ich bin mir nicht mehr so sicher – auch nicht für mich selber.

Ja, das ist eine meiner größten und liebsten Hoffnungen:
Jesus kommt wieder und ich bin dabei.

Aber bestimmt diese Hoffnung noch mein Leben?
Müsste ich dann nicht anders leben?

Als wir zusammensaßen und diesen GD vorbereitet haben, hat Dorit einen genialen Vergleich gebracht.

Sie sagte, es ist doch wie bei einer Schwangerschaft.
Wenn eine Frau ein Kind erwartet, bereitet sie sich vor.

Das passiert zunächst einmal äußerlich:
- Da wird umgeräumt und ein Kinderzimmer eingerichtet,
- im Bad muss ein Wickeltisch Platz finden.
- Ein Kinderwagen muss her
- und ein Bett
- und Spielzeug und ... und ... und
- Und mit wachsender Leibesfülle geht es gar nicht anders, dass auch neue Kleidung für die werdende Mutter her muss.
- Und der Bauch muss gepflegt werden
- und die Untersuchungen müssen sein und ... und ... und

Aber auch innerlich braucht frau Vorbereitung, wenn ein Kind erwartet wird.
- Da wird ein Kurs besucht.
- Da hört irgendwann das Arbeiten auf.
- Da sucht sie die Ruhe
- und nimmt Kontakt mit dem Kind auf – durch streicheln, durch liebe Worte, durch schöne Musik.

Advent – Vorbereitungszeit.

Advent – das ist die Zeit, die wir nutzen, um das Weihnachtsfest vorzubereiten.
- Geschenke kaufen ist jetzt wichtig - keinen vergessen!
- Das Essen planen und einkaufen.
- Die unvermeidlichen Familienbesuche managen.
- Und vielleicht auch noch einen erholsamen Nach-Weihnachtsurlaub buchen.

Wir bereiten die Festtage vor – aber wir bereiten nicht uns vor.
Wir bereiten uns nicht auf Jesus vor.
Ich fürchte, wenn Jesus heute käme, würden wir vielleicht sagen:
Sorry, aber das passt jetzt gar nicht.
Du siehst doch, was los ist.
Komm doch nach Weihnachten oder besser noch nach Ostern – aber nicht in den Ferien, da sind wir unterwegs ...

Vielleicht – oder hoffentlich – übertreibe ich.

Aber ich merke trotzdem: Ich bin nicht vorbereitet auf die Ankunft von Jesus.
Ich müsste anders sein und anders leben.

Und trotzdem wünsche ich mir so sehr, dass Jesus wiederkommt – lieber heute als morgen.

Ich wünsche es mir für mich, aber auch für die ganze Welt, dass Jesus wiederkommt – als Herr der Welt.

Denn ich habe die großen Verheißungen Gottes im Ohr, z.B. Jesaja 9:

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.
Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt.
Denn du hast ihr drückendes Joch, die Jochstange auf ihrer Schulter und den Stecken ihres Treibers zerbrochen wie am Tage Midians.
Denn jeder Stiefel, der mit Gedröhn daher geht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.
Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;
auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des HERRN Zebaoth.“

Ist das nicht herrlich!
Wäre das nicht wirklich toll!
Das wäre doch ein Weihnachtsgeschenk für die ganze Welt!

In einem Lied meiner Jugendzeit hieß es:
„Wenn Christus kommt, dann wird alles gut.“

Das wünsch ich mir.
Danach sehne ich mich.
Darum bitte ich Gott.

Aber vorbereitet bin ich nicht.

Und manchmal bin ich müde vom Warten.
Solange warten wir schon.
Dann bete ich: „Wie lange noch, Herr?!“

Adventszeit – Vorbereitungszeit.
Es geht um die Frage: Wie bereite ich mich vor?

Auch dazu gibt es einen fantastischen Bibeltext – bei Jesaja im 40. Kapitel:

„Tröstet, tröstet mein Volk! spricht euer Gott.
Redet mit Jerusalem freundlich und predigt ihr, dass ihre Knechtschaft ein Ende hat, dass ihre Schuld vergeben ist; denn sie hat doppelte Strafe empfangen von der Hand des HERRN für alle ihre Sünden.
Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott!
Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des HERRN Mund hat's geredet. ...
Zion, du Freudenbotin, steig auf einen hohen Berg; Jerusalem, du Freudenbotin, erhebe deine Stimme mit Macht; erhebe sie und fürchte dich nicht! Sage den Städten Judas: Siehe, da ist euer Gott; siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen. Siehe, was er gewann, ist bei ihm, und was er sich erwarb, geht vor ihm her. Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte. Er wird die Lämmer in seinen Arm sammeln und im Bausch seines Gewandes tragen und die Mutterschafe führen.“

Weißt du, wo die Wüste ist, in der wir Jesus Bahn machen sollen?
Die Wüste – die bin ich und die bist du.

Und da gibt’s jede Menge zu tun,
- wenn da eine ebene Bahn für unserm Gott werden soll,
- wenn Täler erhöht werden und Berge und Hügel erniedrigt werden sollen,
- wenn das, was krumm ist, gerade,
- und was bucklig ist, eben werden soll.

Da muss ich aufhören mit meinen Grabenkämpfen um Macht und Rechthaben wollen.
Dann muss ich die Gräben zuschütten, die ich aufgerissen habe zwischen mir und anderen.

Da muss ich die hochgetragene Nase senken.
Da muss ich den Stolz auf mich, meine Begabungen, meine Leistungen und Verdienste abtragen – Steinchen für Steinchen.

Und dann muss ich die bösen Scharten in meiner Seele ausspachteln, die durch Verletzungen oder durch meine Schuld entstanden sind.

Die Tretmienen aus Empfindlichkeiten und Enttäuschungen müssen entschärft und beseitigt werden.

Und die krummen Wege meines Denkens und Fühlens müssen begradigt werden.

Die dunklen Pfade heimlicher Wünsche und Phantasien müssen ans Licht gebracht und korrigiert werden.

So bin ich vorbereitet.
So vorbereitet kann Jesus kommen.

Aber nein, wer sich so vorbereitet, bei dem ist Jesus ja schon angekommen.

Aber so vorbereitet kann Jesus durch uns auch zu anderen kommen.
So kann sich heute schon das Reich Gottes ausbreiten.

Sich so vorbereiten – ist ein sehr kostbares Geschenk, das wir unseren Mitmenschen machen können, nicht nur zu Weihnachten.

Es gibt viel vorzubereiten – packen wir’s an!

Amen.

Von: stephan, 02.12.2010, 14:43.
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KOMMENTARE:

ein sehr schöner text der unsere Adventszeit gut darstellt. danke für deine tollen gedanken !
von: heinrich am 03.12.2010, 14:28

wirklich eine schöne predigt!
von: undecided am 21.02.2014, 18:44

auch 8 Jahre später noch großartig
von: rose am 19.01.2019, 23:18


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