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jugendfest.de - Literaturecke: PREDIGT

Heiliger Geist ?

Ihr Lieben,
da steh ich nun und soll euch was über Pfingsten und den Heiligen Geist sagen.

Was mir da zuerst eingefallen ist, ist ein Witz.
Ein Witz, der nett erzählt, dass es schon immer irgendwie nicht ganz einfach war, über den Heiligen Geist zu predigen.

Den Witz will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Hier ist er:

Der Küster und der Pfarrer reden nach dem Gottesdienst miteinander, dass man bei den Predigten irgendwas losmachen müsste, was die Leute aufhorchen lässt und sich einprägt. Nun ist der nächste Sonntag ausgerechnet Pfingsten.
Da kommt den beiden eine geniale Idee. Der Küster soll eine Taube besorgen und wenn der Pfarrer in der Predigt ruft „Komm, Heiliger Geist!“ soll er sie durch ein kleines Fenster im Altarraum in die Kirche fliegen lassen.

Alles wird wie besprochen vorbereitet.
Der Pfarrer betritt am Pfingstfest die Kanzel.
Er ist bei der Predigt Feuer und Flamme.

Und schließlich kommt die entscheidende Stelle. Er ruft: „Komm, Heiliger Geist!“
Er wartet. Nichts geschieht.
Er ruft noch einmal: „Komm, Heiliger Geist!“. Nichts rührt sich. Er ruft zum dritten mal und sehr laut: „Komm, Heiliger Geist!“. Da erscheint im Fensterchen des Altarraumes der Kopf des Küsters und der ruft:
„Den Heiligen Geist hat die Katze gefressen!“

Eigentlich ist das ja ein blöder Witz – denn manchmal habe ich schon den Eindruck: Der Heilige Geist ist irgendwie abhanden gekommen.

Also ich jedenfalls habe noch kein so gewaltiges Brausen mit Feuer und Flammen zu Pfingsten erlebt.

Ich habe auch nicht gehört, dass sich irgendwo so etwas wie damals wiederholt hätte.

Also alles nur eine Eintagsfliege?
Ist Pfingsten wirklich Schnee von gestern?
Ist es wirklich kein Problem, dass etwa 2/3 der Christen nicht wissen, was Pfingsten oder der Heilige Geist ist?

Doch! Ich halte es für ein großes Problem.

Ja, ich halte die Heilige-Geist-Vergessenheit für das Problem unserer Kirche schlechthin.

Warum? Wozu brauche ich den Heiligen Geist?

Ich brauche den Heiligen Geist, damit ich Feuer und Flamme sein kann für Gott und die Menschen – und du brauchst ihn genauso.

Denn der Heilige Geist ist der Funke, der von Jesus auf mich/dich überspringt.
Der Heilige Geist ist das Leben und die Kraft von Jesus Christus.

Durch den Heiligen Geist geht mit mir weiter, was Jesus Christus vor 2000 Jahren angefangen hat.
Durch den Heiligen Geist ist das Leben und die Kraft von Jesus Christus in unserer Welt gekommen.

Der Heilige Geist ist der Funke, der vom auferstanden Jesus aus der Welt Gottes überspringt in unsere Welt – konkret auf mich und auf dich.
Bei den Jüngern zu Pfingsten damals gleicht dieser Funkenflug eher einer Explosion.
Das war das große Durchschlagen des Heiligen Geistes in unsere Welt.
Gewaltig! Beeidruckend!

Bei mir war das nicht so. Bei mir ist der Funke anders übergesprungen.
Ich kann auch nicht sagen, wann genau das passiert ist.
Jedenfalls war da kein Brausen, keine Feuerflämmchen auf dem Kopf. Nichts der gleichen.

Und bei mir ist der Funke auch nicht vom Himmel aus auf mich übergesprungen, sondern von anderen Menschen, von anderen Christen aus.

Ich weiß nicht wie, aber ich weiß, dass ich für Jesus brenne. Ich bin Feuer und Flamme für Gott.
Ich bin begeisterter Christ.

Und ich beobachte, dass das immer weitergeht.
Ich beobachte das an Jugendlichen aus unserer JG.

Da ist auch irgendwann und irgendwie und irgendwo der Funke übergesprungen.
Ich weiß gar nicht genau, wer da alles gezündelt hat.

Aber ich sehe Jugendliche, deren Herz für Jesus Christus brennt.
Und das bewegt mich und freut mich.

Gleiches habe ich bei Erwachsenen gesehen.
Ich habe im Frühjahr eine Erwachsenenseminar zu Grundfragen des Glaubens gehalten. Das war spannend.

Und ich habe gestaunt, wo und bei wem Gott da seinen Heiligen Geist hat überspringen lassen.

Am deutlichsten habe ich es bei einem alkoholkranken Mann gespürt.
Wir haben ihn am Ende des Seminars konfirmiert.

Bei ihm ist der Funke übergesprungen.
In ihm ist jetzt das Leben und die Kraft von Jesus Christus.
Er ist Feuer und Flamme für Jesus Christus.

Da staune ich.
Ehrlich, richtig kapieren kann ich das nicht.
Aber ich sehe es. Und ich bin begeistert von Gott.

Freilich weiß ich weder von mir, noch von unseren Jugendlichen oder diesem Mann, wie unser Leben weitergeht.
Ich weiß auch nicht, wie es mit unserer Kirche weitergeht.

Aber ich bin wild entschlossen, darauf zu vertrauen, dass Gott nicht aufhört Funken zu schlagen und das sein Heiliger Geist weiter „brandstiftet“ in unseren und anderer Leute Herzen.

Ich vertraue darauf, dass ich weiter von Gott die Kraft bekomme, zu glauben, zu beten, zu predigen, zu unterrichten, Menschen zu begleiten und unsere Gemeinden zu leiten.

Ich vertraue darauf, dass es so sein wird.
Aber ich habe es nicht in der Hand.
Denn den Geist Gottes kann man nicht haben, wie man abstehende Ohren hat.
Den Heiligen Geist gibt es nicht als bleibenden Besitz.

Den Heiligen Geist kann man nur erbitten und empfangen.

Einmal Heiliger Geist, immer Heiliger Geist – das geht nicht.
Das ist im Grunde wie beim Moped oder Auto.
Da meint ja auch keiner:
Einmal voll getankt, immer voller Tank.
Nein, du musst immer wieder nachtanken.

So ist das auch beim Heiligen Geist, der Lebens- und Glaubenskraft von Jesus.

Der Heilige Geist strömt von Gott in unser Herz, wie das Kraftstoff-Luftgemisch aus dem Vergaser in den Motor strömt.

Und dieser Lebens- und Kraftstrom fließt, wo man ihn einlädt und bittet: Komm, Heiliger Geist!

Das haben die Jünger damals auch getan.
Sie saßen zusammen.
Sie wussten: Jesus hat den Heiligen Geist versprochen. Deshalb beteten sie: Komm, Heiliger Geist.

Denn trotz allem, was sie mit Jesus erlebt hatten, mussten sie dringend nachtanken.
Denn ihr Herz war leer.
Jesus war weg.
Und sie hatten keinen Drive mehr, keine Kraft zum Leben und zum Glauben.

Und dann kam der Geist – und dann war Kraft da!

Beate, meine Frau, sagt:
Das möchte ich auch erleben.
Warum ist das bei uns nicht auch so?
Das wäre doch toll: So begeistert, so ohne Angst und Hemmungen, sich so verständlich machen können ...

Und sie hat mich gefragt:
Reden wir uns die Dinge nicht vielleicht nur schön?
- Pfingsten hat mit Flammen zu tun und nicht mit irgendwelchen Fünkchen.
- Pfingsten ist spontan und begeistert klar sagen können, was Sache ist und nicht rumstottern beim Thema Heiliger Geist.

Schwierige Frage. Das schätze ich an meiner Frau.

Und sie hat ja nicht unrecht.
Wir reden uns gerne mal die Dinge schön in der Kirche.
Aber andererseits scheint es mir so, dass wir viel öfter die guten Dinge schlecht reden.

So sehen wir gar nicht mehr, dass Gott unter uns am Werk ist, dass er Menschen ansteckt mit der Flamme der Liebe zu Gott und den Menschen.

Was die Bibel über dieses Pfingstenfest 50 Tage nach Ostern schreibt, wird gerne als Geburtstag der Kirche bezeichnet.

Vielleicht sollten wir besser sagen:
Damals zu Pfingsten bringt Gott den Heiligen Geist zur Welt.

Dadurch entsteht die 1. christliche Gemeinde aus Leuten, die Feuer und Flamme sind für Jesus Christus.

Und diese Geburt war und ist etwas Einmaliges.

Es ist wirklich wie bei der Geburt eines Kindes.
Die Geburt eines Kindes etwas Einmaliges.
Ein Kind wird nur einmal geboren, dann ist es da.

Aber damit es unser Kind wird und wenn es bei uns aufwachsen soll, müssen wir es annehmen. Und das immer wieder.
Und so ist es auch mit dem Heiligen Geist.
Er ist da! Er ist in der Welt.
Wir bekommen ihn bei der Taufe geschenkt.
Er ist in uns die Lebens- und Glaubenskraft von Jesus.

Deshalb muss es nicht immer wieder neu vom Himmel her Brausen mit Feuer und Flamme.
Die Bibel erzählt ja auch nur von einem Pfingstwunder.

Danach kommen aber noch Tausende zum Glauben und es werden noch viele Gemeinden gegründet – und zwar weil der Heilige Geist da ist.

Vor Pfingsten ging nichts los. Nach Pfingsten geht die Post ab.

Da werden Menschen Feuer und Flamme für Jesus.
Da breitet sich ein Flächenbrand aus.
Da springen die Funken über – bis zu uns heute.

Und wer dieses Feuer, wer diese Begeisterung für Jesus wach- und lebendig halten will, muss immer wieder nachtanken.

Dieses Nachtanken der Lebens- und Glaubenskraft von Jesus geschieht, mit der Bitte: Komm, Heiliger Geist.
Denn der Heilige Geist springt wie ein Funke auf uns über
- im Gebet,
- im Bibellesen,
- in Jugend- und Gemeindegottesdiensten,
- beim Abendmahl,
- in JG’s und
- auf Rüstzeiten.

Pfingsten feiern heißt, sich erinnern:
Der Heilige Geist ist da.
Er ist die Lebens- und Glaubenskraft von Jesus Christus.

Und Pfingsten feiern heißt auch: Nachtanken – also für sich selber zu bitten:
- Komm, Heiliger Geist!
- Füll mich neu!
- Lass mich neu Feuer und Flamme sein für Gott und die Menschen.

Amen.

Von: stephan, 05.06.2004, 20:40.
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KOMMENTARE:

Sehr tolle Predigt! Hier in England machen wir in unserem Hauskreis gerade eine Serie ueber den Heiligen Geist. Das nennt sich dann "Encounters with the Holy Spirit" Total spannend! Hab z.B. gelernt, dass der Heilige Geist viel mehr als "Person" gesehen werden muss, statt als "Kraft" oder "Macht". Dann macht es auch viel mehr Sinn, wenn man sagt, dass er zu einem kommt. In diesem Sinne, merry pentecost!
von: aerztemaggie am 25.05.2012, 14:00

Hat man den heiligen Geist einmal in sich aufgenomen, so kann man ihn nicht mehr verlieren. Der heilige Geist wirkt in uns mal mehr und mal weniger, doch von einem "Auftanken" kann nicht die Rede sein. Jesus sagte: "Ich bin bei euch alle Tage"(Matthäus 28,20) Wenn wir also nicht beten, Bibel lesen oder am Abendmahl teilnehmen weicht der heilige Geist nicht von uns, noch müssen wir ihn wieder reaktivieren. Er ist es, der uns aufs neue dazu bringt, zurück zum Vater zu finden. Läsen wir Bibel, oder gingen zum Abendmahl, ohne das der heilige Geist in uns wirkte, so ergäbe alles keinen Sinn. Der heilige Geist lässt uns verstehen und das erkannte weiter erzählen. Er bleibt uns treu, auch wenn wir untreu sind.
von: ruprecht am 25.05.2012, 15:42


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